Rückkehr Watch: kritischer Blick auf „freiwillige“ Rückkehrprogramme

Samstag, 11. September, 15.00-16.00 Uhr, ASZ

Input – Medico International

Seit Montag, dem 23. August 2021 ist das Projekt Rückkehr-Watch von medico international online. Da Abschiebungen nicht in der politisch gewünschten Zahl umzusetzen sind, setzt die Bundesregierung und die EU (und auch die Schweiz) vermehrt auf „freiwillige“ Rückkehrprogramme. Das Recherche-Projekt wirft einen kritischen Blick auf diese Programme und erzählt die Geschichten derer, die nach ihrer Rückkehr schlechter dastehen als zuvor. Damit dokumentiert Rückkehr Watch die fortschreitende Indienstnahme von Entwicklungspolitik für Migrationsabwehr und kritisiert Ausreisedruck, Alternativlosigkeit und eine Politik der falschen Hoffnungen. Gleichzeitig bündelt die Website auch die Widerstände gegen diese Politik. Denn der Wunsch und das Recht auf ein Leben in Sicherheit und Würde lassen sich nicht vertreiben.

Im Zentrum stehen die Erfahrungsberichte von Rückkehrer:innen aus Marokko, Afghanistan, Irak und Nord-Irak, Nigeria und Mali. Sie verdeutlichen, dass die Förderung Freiwilliger Rückkehr und Reinintegrationsförderung häufig nicht aus freien Stücken, sondern vielmehr aus Not und Alternativlosigkeit in Anspruch genommen wird. Viele Rückkehrende geraten im Herkunftsland in aussichtslose und sogar bedrohliche Situationen. Die Gespräche mit ihnen zeigen: Eine Entscheidung zur Rückkehr mithilfe der offiziellen Programme hat mit Freiwilligkeit meist wenig zu tun.

And den Aktionstagen stellt Nina Violetta Schwarz von Medico das Projekt Rückkehr Watch vor, das journalistische Hintergrundartikel und politische Positionen, Kurzfilme und zahlreiche Geschichten und illustrierte Portraits von Rückkehrer:innen versammelt. Ziel vom Projekt ist es, die zynische Logik der „freiwilligen Rückkehr“ sichtbar zu machen und das Thema auf die Agenda der Debatte zur Bundestagswahl im September setzen.


Über Medico International

Seit über 50 Jahren leistet medico international Hilfe für Menschen in Not und arbeitet an der Beseitigung der strukturellen Ursachen von Armut und Ausgrenzung. 1997 wurde die von medico initiierte Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In Solidarität mit den Ausgegrenzten und Marginalisierten im globalen Süden setzt sich medico für menschenwürdige Lebensverhältnisse ein, die ein Höchstmaß an Gesundheit und soziale Gerechtigkeit ermöglichen. Das Ziel ist, Armut, Not und Gewalt nicht nur zu lindern, sondern ihre Ursachen zu erkennen und zu überwinden. Denn die Welt leidet nicht an zu wenig Hilfe, sondern an Verhältnissen, die immer mehr Hilfe notwendig machen.Krisen und Notlagen fallen nicht vom Himmel. Armut und Gewalt haben Ursachen in globalen Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen. Daher ist eine aktive und kritische Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Aufgabe von medico international.

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