enough. 2022

enough. ist eine Plattform, ein Treffpunkt, eine Bühne, eine Informationsstelle, ein Austauschort. Wir schaffen Raum, um antirassistische Initiativen und den Widerstand gegen das Migrationssystem sichtbar zu machen.

Locations

Park Platz
Wasserwerkstrasse 101, 8037 Zürich
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Autonome Schule Zürich (ASZ)
Sihlquai 125, 8005 Zürich, Dachstock
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Übersetzungen

Die Veranstaltungen auf dem Park Platz und unter der Woche werden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfügbar sein. Falls du andere Übersetzungen benötigst, bitte melde dich per Email oder vor der Veranstaltung am Infotisch. Für Übersetzungen der Workshops in der ASZ, bitte melde dich ebenfalls im Voraus bei uns. Mehr dazu hier.

Mittwoch, 14. September

Was ist Abolitionismus?

19:00 - 20:00, Zentralwäscherei (Neue Hard 12, 8005 Zürich)
InputDaniel Loick & Vanessa E. Thompson

»Abolitionismus« bezeichnet sowohl einen theoretischen Ansatz als auch eine politische und soziale Bewegung, die sich für die Überwindung staatlicher Gewaltinstitutionen wie Gefängnis und Polizei einsetzt. In der Tradition des Kampfes gegen die Versklavung Schwarzer Menschen betonen Abolitionist:innen die rassistische Geschichte staatlicher Gewaltapparate und ihre Komplizenschaft mit Formen kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung. In einem kürzlich erschienenen Reader haben Vanessa E. Thompson und Daniel Loick die wichtigsten Stimmen dieser internationalen Bewegung auf Deutsch zugänglich gemacht. In der Veranstaltung werden zentrale Themen und Motive aus der abolitionistischen Theorie und Praxis vorgestellt.

Vanessa Thompson und Daniel Loick werden per Stream zugeschaltet, wir zeigen den Stream in der Halle der Zentralwäscherei. Für Personen, die nicht physisch teilnehmen können, stellen wir einen Link zu Verfügung.

Zoom Meeting

Meeting-ID: 818 7016 7208
Kenncode: 555187

Über Daniel Loick & Vanessa E. Thompson

Daniel Loick ist Associate Professor of Political & Social Philosophy an der Universität Amsterdam. Seine Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Philosophie, politischer Theorie und Sozialtheorie. Die Entwicklung einer kritischen Theorie des Rechts und der Staatsgewalt, Gegengemeinschaften und Politiken der Lebensform bilden die Fokusthemen von Loicks Forschung. Unter anderem veröffentlichte er die Bücher “Kritik der Souveränität”, “Kritik der Polizei” und zuletzt gemeinsam mit Vanessa E. Thompson "Abolitionismus – ein Reader.

Vanessa E. Thompson ist aktuell Associate Professor (Black Studies) an der Queen’s University in Kingston (Kanada). Sie forscht und publiziert zu Black social movements, black feminisms, critical migration, border and racism studies, anti-colonial theories and methodologies, critiques of policing and carcerality, abolition and social justice, activist feminist ethnographies. Thompsons Forschung setzt sich eingehend mit Racial Profiling auseinander und publizierte mehrere Artikel dazu. Im Jahr 2020 erschien ihr Buch “Sicherheit. Rassismuskritische und feministische Debatten. Verlag Westfälisches Dampfboot.” und 2021 “Schwarze Feminismen. Schwerpunktheft der Femina Politica.”.

Freitag, 16. September

D'égal à égal

19:00 - 20:00, ASZ
Filmvorführung & DiskussionA4

A4 ist ein Verein aus Frankreich, der Zugang zu Arbeit in den Bereichen Landwirschaft und Handwerk für Sans Papiers aufbauen will. Es ist ein selbstorganisiertes Kollektiv, das sich an Werten der bäuerlichen Solidarität orientiert. A4 will Brücken zwischen dem Meer, der Stadt und dem Land bauen.
Der Verein will gemeinsame Räume der Gastfreundschaft, des Teilens, der Unterstützung und der gegenseitigen Hilfe von unten, auf Augenhöhe, schaffen.

“D’égal à égal” ist ein Dokumentarfilm über die Arbeit von A4, ihre Realitäten und Kämpfe. Wir zeigen den Film und vier Personen aus dem Kollektiv A4 öffenen den Raum danach für Diskussionen und Fragen.

Der Film wird in französischer Sprache gezeigt. Für die Diskussion steht Übersetzung auf Deutsch und Englisch zu Verfügung.

Samstag, 17. September

Staatlich produzierte Unsicherheit: prekäre Aufenthaltstitel

12:00 - 13:30, ASZ
WorkshopFreiplatzaktion

In diesem Workshop beleuchten wir die Tendenz hin zu immer unsichereren Aufenthaltstiteln in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern und diskutieren darüber, dass diese staatlich produzierte Unsicherheit auch dem Interesse dient, ausbeutbare Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Aufenthaltspapiere (wie der Status F, der Status B und der neue Status S) sind zunehmend zeitlich beschränkt und an verschiedene Bedingungen (z.B. Sozialhilfeunabhängigkeit) geknüpft. Somit stehen die Betroffenen unter permanentem Druck, sich zu «integrieren» (das heisst, arbeitstätig zu sein) wenn sie ihr Aufenthaltsrecht nicht verlieren wollen. Zentral ist dabei, dass Personen mit einem unsicheren Rechtsstatus verstärkt diesem «Integrationsimperativ» ausgesetzt sind, was sich disziplinierend auswirkt: Wer sich nicht vorbildlich verhält und nicht erwerbstätig ist, läuft permanent Gefahr, ausgeschafft zu werden. Auf diese Weise werden ausbeutbare Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt, die gezwungen sind, jeden noch so schlecht bezahlten Job anzunehmen, um ihren Aufenthalt sichern zu können.

In diesem Workshop sprechen wir aus unterschiedlichen Perspektiven über prekäre Aufenthalte. Wir informieren über die verschiedenen Aufenthaltsrechte sowie über die spezifische Situation im Kanton Zürich (mit einem Fokus auf den Status F) und diskutieren dann gemeinsam über die rassifizierten Auswirkungen von zeitlich begrenzten Aufenthaltstitel und die damit in Verbindung stehende Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt.

Über Freiplatzaktion

Die Freiplatzaktion Zürich ist ein staatlich unabhängiger Verein, der sich für die Wahrnehmung und Durchsetzung der Rechte von asylsuchenden und migrierten Menschen einsetzt. Hierzu bietet die Freiplatzaktion professionelle, niederschwellige und kostenlose Rechtsberatung an, trägt rechtliche Missstände in die Öffentlichkeit und engagiert sich in lokalen und überregionalen politischen Projekten. Sie setzt sich dafür ein, dass alle hier lebenden Menschen, unabhängig von Nationalität, Herkunft, Geschlecht, Religion oder Hautfarbe, einen uneingeschränkten Zugang zu Rechten und vollumfängliche Partizipationsmöglichkeiten haben.

Die Freiplatzaktion Zürich finanziert sich als gemeinnütziger Verein mehrheitlich über private Spenden und wird von einem engagierten und ehrenamtlich tätigen Vorstand unterstützt.

Website

Abolitionismus, Black Lives Matter und Blasian March

12:00 - 14:00, Park Platz
InputRohan Zhou-Lee und Linke PoC

2019 wurde die Black-Lives-Matter-Bewegung zur weltweit grössten antirassistischen Bewegung, welche etwa mit einer Platzbesetzung in New York nicht die Reform, sondern die Abschaffung (abolition) der Polizei forderte. Auf Black Lives Matter folgten andere antirassistische Bewegungen, wie Stop Asian Hate und der Blasian March.
Rohan Zhou-Lee ist eine Schwarze, asiatische, queere aktivistische Person, welche massgeblich an der Organisierung dieser Bewegungen beteiligt war und ist. Rohan wird uns über die Erfahrungen der antirassistischen Kämpfe in New York erzählen, gerade dort, wo Intersektionalitäten zwischen verschiedenen Unterdrückungsformen und zwischen verschiedenen People of Color eine revolutionäre Rolle einnehmen. Die Linke PoC hosted diese Veranstaltung.

Über Linke PoC

Wir, Linke PoC und Migrantifa, sind selbstorganisierte Gruppen, welche intersektional Rassismus, Patriarchat und Kolonialismus bekämpfen, indem wir uns austauschen und handeln.

«(colonial) Walk» – Racial Profiling und rassistische Polizeigewalt

12:00 - 14:00, Terffpunkt vor Experi-Werkhalle (Gessnerallee 8)
Stadtrundgang

«colonial Walk» ist ein performativer Gang durch die Stadt zu den Themen Kolonialismus und Rassismus. Im Rahmen der enough Aktionstage gehen wir an verschiedene Orte im Kreis 4, die die gewaltsame Praxis von Racial Profiling und rassistischer Polizeigewalt in Zürich bezeugen.

Don’t forget!
Say their names!

Ausgangspunkt ist die Experi-Werkhalle – ein safer space für BIPOC*Künstler*innen und dekoloniale künstlerische Praktiken.

Der Weg, den wir gehen, ist ohne Treppen und die Texte sind auf Deutsch und auf Englisch.

Über experi_theater

Experi_theater ist eine nicht-weisse Performancegruppe, die sich über die Jahre zu einem wechselnden Kollektiv verschiedener Künstler*innen und Unterstützer*innen entwickelt hat. Seit 2013 hat Experi Theater neun grössere und eine Vielzahl von kleineren Performancearbeiten in Zürich und an vielen anderen Orten realisiert. Viele der Arbeiten fanden im öffentlichen Raum, in Bars, Restaurants, auf Strassen und Plätzen statt. Seit 2020 initiieren experi_theater die Langzeit-Performancearbeit «Blackbox», die einen konkreten Raum und safer space für BIPOC-Künstler*innen in der Mitte der Stadt schafft. Seit 2021 hat experi_theater die Experi-Werkhalle in der Gessnerallee besetzt. Derzeit kämpfen wir für die weitere Nutzung des Raums.

Website
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No Borders, Abolish Frontex und weitere Perspektiven der Abschaffung

18:00 - 19:30, ASZ
PanelAbolish Frontex, No Borders, Collective Climate Justice

Eine Diskussion darüber, warum sich Frontex und das Grenzregime nicht reformieren lassen. „No Borders“ und „Abolish Frontex“ sind mehr als nur Schlagworte. Die Slogans werden begleitet von einer Praxis des Widerstands, der nicht die Reform des Grenzregimes fordert, sondern deren Abschaffung. Das passiert in sehr unterschiedlicher Formen und Herangehensweisen, die sich aber oft hinter der Forderung „No Borders“ vereinen und Bewegungsfreiheit für alle fordern. Diese Forderungen stehen nicht isoliert, sondern sind verbunden mit Klimakämpfen, sozio-ökonomischen Entwicklungen und vielen weiteren politischen Perspektiven. Deshalb wollen wir in diesem Panel bei aktuellen Kämpfen gegen Frontex und das Grenzregime beginnen und dann einen Bogen zu anderen Bewegungen schlagen. Wir wollen diskutieren, was das Abschaffen von Frontex mit Klimakämpfen zu tun hat und warum „No Frontex“ auch „No War“ heissen muss; oder warum der Widerstand gegen die Militarisierung des Migrationsregimes immer auch ein Kampf gegen das Patriarchat sein muss. Unterschiedliche Kollektive und Personen aus dem Kontext „No Borders“, „Abolish Fontex“ und Klimagerechtigkeit bringen ihre Perspektiven ein und zeigen auf, warum wir die Gegenwart von Kapitalismus, Abschottung und Ausbeutung nur gemeinsam abschaffen können.

Über Bezgranica

Bezgranica (noborders auf Polnisch) ist eine Grassroots-Gruppe, die kontinuierlich Heimat-, Basis- und Solidaritätsarbeit mit Menschen auf der Flucht an der Grenze zu Weißrussland leistet. Seit fast einem Jahr deckt sie nun ein Gebiet von etwa 50 Kilometern der Grenzlinie auf der dortigen Migrationsroute ab. Als eine Gruppe, die tief in anarchistischen und freiheitlichen Werten verwurzelt ist, nimmt sie gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft den Kampf für eine Welt ohne Grenzen auf.

Alarm Phone

Das Alarm Phone ist ein Netzwerk von Aktivist:innen, die oft seit vielen Jahren an den europäischen Außengrenzen in Netzwerken wie Welcome to Europe, Afrique Europe Interact, Borderline Europe, Noborder Morocco und Watch The Med aktiv sind. Die Aktivisten des Projekts sitzen in Tunis, Palermo, Melilla, Tanger, Cadiz, Marseille, Straßburg, London, Wien, Zürich, Berlin, Genf und Izmir und weiteren Orten.

Kurzfristig will Alarm Phone mittels einer Notrufnummer, Dokumentation und Informationsarbeit sicherstellen, dass Rettungseinsätze umgehend durchgeführt und Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Gleichzeitig ist klar, dass der Tod von Migrant:innen auf See bereits der Vergangenheit angehören könnte, wenn die Grenz- und Visaregelungen aufgelöst würden. Ohne einen radikalen Wandel ist es offensichtlich, dass auf die jüngsten Tragödien im Mittelmeer noch viele weitere Todesfälle folgen werden. Unsere langfristigen Ziele sind deshalb offene Grenzen und Bewegungsfreiheit für alle. Die Geschichte der letzten 20 Jahre im Mittelmeer zeigt, dass eine verstärkte Militarisierung der Migrationsrouten nur zu mehr Toten führt. Selbst wenn die Routen nach Europa durch neue Überwachungstechnologien und verstärkte Polizeiarbeit blockiert werden, machen sich Menschen weiterhin auf den Weg - aber sie sind gezwungen, längere und gefährlichere Routen zu nehmen. Wir wollen einen Mittelmeerraum der gegenseitigen Solidarität zu schaffen, mit offenen Grenzen für alle Menschen.

Website

Abolish Frontex

#AbolishFrontex ist ein dezentrales und autonomes Netzwerk von Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen. Das Ziel von #AbolishFrontex ist es nicht, Frontex zu reformieren oder zu verbessern, oder sie durch mehr vom Gleichen zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, die Politik und das System, das Frontex am Leben erhält, ins Visier zu nehmen.

#AbolishFrontex arbeitet darauf hin, das EU-Grenzregime abzuschaffen, den grenzindustriellen Komplex abzubauen und eine Gesellschaft aufzubauen, in der sich die Menschen frei bewegen und leben können.

Die Arbeitsgruppe “Internationale Solidarität und Antikolonialismus” möchte den antikolonialen Widerstand in der Klimagerechtigkeitsbewegung stärken und aufzeigen, dass der Kampf für unsere Lebensgrundlagen auch ein Kampf gegen Rassismus ist. Die Klimakatastrophe wurzelt in der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen im globalen Süden für den Profit weniger im globalen Norden. Wir stellen uns gegen diese kolonialen Kontinuitäten und den Rassismus der sie legitimiert!

Collective Climate Justice

Collective Climate Justice ist ein Kollektiv engagierter Menschen verschiedener Hintergründe. Aus unserer Sicht sind Regierungen und profitorientierte Unternehmen weder gewillt noch fähig, die Klimakatastrophe und die massenhafte Umweltzerstörung zu stoppen.

Die Ursache der Klimakatastrophe ist ein globaler fossiler Kapitalismus, der durch Ausbeutung fossiler Energieträger den Wohlstand, Reichtum und die damit verbundenen Privilegien der westlichen Industrieländer möglich gemacht hat. Wirksame Strategien gegen die Klimakatastrophe müssen an den Machtstrukturen und den Profiteuren dieses Systems ansetzen. In diesem Sinne ist das Collective Climate Justice Teil eines globalen Kampfes für Gerechtigkeit, Solidarität und Nachhaltigkeit. Mit vielfältigen Aktionen stellen wir uns den Verursachern und Verantwortlichen der globalen Klimakatastrophe entgegen, stören ihr Handeln und prangern die gewinnsüchtige Gleichgültigkeit von Politik und Wirtschaft an.
Neben den grösseren und kleineren Aktionen entstanden in den letzten Jahren an verschiedenen Orten (Klima)camps. Für kurze Zeit wird durch das Camp ein Platz des Zusammenlebens, Lernen und Ausprobierens ermöglicht.

Von der Klimakatastrophe, über den strukturellen Rassismus bis zum Patriarchat. Wir leben in einer Zeit vieler Krisen und Ungerechtigkeiten. Für uns ist klar, dass das Prinzip der Klimagerechtigkeit eine Vereinigung verschiedener Kämpfe bedingt. Die Lösung multipler Krisen braucht einen intersektionalen Ansatz.

Website

20 Jahre Women in Exile & Friends – "Breaking Borders to Build Bridges"

18:00 - 19:30, Park Platz
InputWomen in Exile

“Breaking Borders to Build Bridges” ist ein Ort für Stimmen, die oft zum Schweigen gebracht werden, Stimmen, die über 20 Jahre politischen Aktivismus in einer selbstorganisierten Initiative von geflüchteten Frauen* sprechen. Es wurde von Women in Exile kollektiv verfasst und enthält Beiträge von Mitgliedern der Gruppe, ihren Freund*innen, Schwestern, Kindern und Unterstützer*innen. Es wurde auf Smartphones, Papier oder Laptops in Flüchtlingslagern und Safe Spaces geschrieben. Die Publikation erzählt von den Gründen, die Heimat zu verlassen, vom diskriminierenden Asylverfahren, von der Situation in den Lagern und vom Kampf für die Abschaffung der Lager. Und auch vom Recht auf Gesundheitsversorgung, Bewegungsfreiheit, Empowerment, Selbstreflexion und von der Zusammenarbeit mit Freund:innen.

An den Aktionstagen enough. 2022 werden Women in Exile unterschiedliche Texte aus ihrem Buch “breaking Borders to Build Bridges” lesen und öffnen darauf den Raum für Diskussionen rund um Grenzen, Migrationspolitik, Feminismus, Empowerment, Netzwerke und Solidarität.

Über Women in Exile

Women in Exile ist eine Initiative von geflüchteten Frauen, die sich 2002 in Brandenburg zusammen gefunden haben, um für ihre Rechte zu kämpfen. Wir haben entschieden, uns als Flüchtlingsfrauengruppe zu organisieren, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass Flüchtlingsfrauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen* durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen* diskriminiert. Der Kampf dagegen wird von geschlechtergemischten Flüchtlingsselbstorganisationen unserer Erfahrung nach wenig mitgetragen, da diese häufig von Männern dominiert sind, die andere Themen als wichtiger ansehen.
Women in Exile e.V. wurde 2011 in Potsdam gegründet und ist als gemeinnützig anerkannt.
2011 baute ‚Women in Exile’ die Gruppe ’Women in Exile & Friends‘ auf, in der auch solidarische Aktivistinnen ohne Fluchthintergrund mitarbeiten.
Gemeinsam tragen wir flüchtlingspolitische Forderungen aus feministischer Perspektive an die Öffentlichkeit. Zum Beispiel mit der Kampagne „Keine Lager für Frauen und Kinder! Alle Lager abschaffen!“.

Unser grundlegendes politisches Ziel ist die Utopie einer gerechten Gesellschaft ohne Ausgren­zung und Diskriminierung, mit gleichen Rechten für alle Menschen, egal, woher sie kommen und wohin sie gehen.
In unserer konkreten Politik liegt unser Fokus auf der Abschaffung aller diskriminierenden Gesetze gegen Asylsuchende und Migrant*innen und den Verschränkungen von Rassismus und Sexismus.
Wir verstehen uns als feministische Organisation und sind eine der wenigen Schnittstellen zwi­schen Frauenbewegung und Flüchtlingsbewegung.

Website

*Black Pitch*

20:00 - 21:00, Park Platz
Konzert

Exil-Frequenzresonanz. Die Amplitude der dekodierten Stimmen. Die Amplitude von Stimmendecodern. Eine Erfahrung des Zuhörens in einem safer space.

Nina Emge and Tina Omayemi Reden

21:00 - 22:00, Park Platz
DJ SetFUBU

Ina Aimé tritt auf, wenn Nina Emge (FUBU) und Tina Omayemi Reden (FUBU) zusammenkommen, um über Resonanzräume und Körper zu spekulieren. Ihre fortlaufenden Klanggespräche - mal experimentell, mal gesprochen, mal tänzerisch - umkreisen die Möglichkeiten an den Schnittpunkten von Hörpraktiken, Gemeinschaftsräumen und kollektiven diasporischen Geschichten. Sie mischen, remixen und zitieren Körper, Klänge und Stimmen in mehrstimmigen Assemblagen und fiktiven oder tatsächlichen Kollaborationen.

ENL

22:00 - 23:00, Park Platz
Konzert

ENL is actually called ES NERVT LANGSAM, but do not want to hang it on the too big bell. Imagine: Really very serious silly house and techno beats, casual hatred of cis men and world-weariness in the afterhour: “Hou mi da use oder hou mi ufe Chopf.” (Alice Galizia)

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Sonntag, 18. September

Gerechtigkeit jenseits von Justiz, Polizei und Gefängnis: Transformative Gerechtigkeit

12:00 - 15:00, ASZ
Workshopignite! Kollektiv

WICHTIG: Eine Person des Kollektivs hat eine starke Allergie gegen Schafswolle. Bitte keine Gegenstände aus Schafswolle mitnehmen.

Warum reden wir in unseren Zusammenhängen eigentlich so viel davon, dass wir die Polizei ablehnen und rufen sie dann doch immer wieder an? Wir halten es für unabdingbar, unsere theoretische Ablehnung von Polizei und Patriarchat nicht nur als Stickermotive zu verwenden, sondern auch eine Praxis zu entwickeln, die Alternativen sucht und erarbeitet. Wir wollen sowohl einen Umgang mit Gewalt in unseren Zusammenhängen finden, der nicht auf den Prinzipien von Straflogik und staatlicher Gewalt beruht, als auch Verantwortung übernehmen für die Umstände, die auch in emanzipatorischen Gemeinschaften zwischenmenschliche Gewalt ermöglichen. Wir sehen zwischenmenschliche Gewalt nicht als Ausdruck von Krankheit oder Bösartigkeit, sondern als sozial, also gesellschaftlich gemacht.
Wir wollen in diesem Workshop mit einigen Überlegungen zu den Zusammenhängen von Patriarchat, Rassismus, Staat und Gewalt beginnen, die Logik des Strafens analysieren und schließlich alternative Konzepte zum Umgang mit Gewalt in unseren Gemeinschaften vorstellen. Dabei wollen wir keinen Masterplan erklären, sondern mit Euch zusammen vorhandene Konzepte kennenlernen, Ideen und Erfahrungen austauschen und Euch anregen, Euch selbst Gedanken zum Thema zu machen. Wir wollen gemeinsam beginnen, in unseren eigenen Umfeldern daran zu arbeiten, zwischenmenschlicher Gewalt ohne den strafenden Staat begegnen zu können und auf Dauer nicht nur Feuerwehrpolitik zu machen, wenn es zu Übergriffen kam, sondern den Umständen, die diese gewaltvollen Verhältnisse erst ermöglichen, ein Ende zu setzen. Wir versuchen, in dem Workshop möglichst allgemeinverständliche Worte zu benutzen, und Fach- und Szenebegriffe zu erklären. Menschen ohne Vorwissen sind herzlich willkommen!

Über ignite! Kollektiv

Wir sind ein horizontal organisiertes Kollektiv, dass zu feministischen und herrschaftsfeindlichen Themen Workshops gibt, schreibt und handelt.

Wir haben das ignite! Workshopkollektiv Anfang 2019 gegründet und begann mit einem Einführungsworkshop zu Feminismen und Gender. Seit dem ist viel passiert und wir bieten nun Workshops zu verschiedensten politischen Themen an und haben Workshops an verschiedensten Orten im deutschsprachigen Raum gegeben. Zudem haben wir einige Texte geschrieben und an weiteren mitgewirkt.

Wir wollen als ignite! emanzipatorische Ideen teilen, vermitteln und mit euch weiter entwickeln. Dabei verstehen wir uns als herrschaftskritisches und horizontal organisiertes Kollektiv.

Einführung in den Zapatismus – Gesellschaftsstruktur jenseits von Staat und Kapital? Reflexionen über die zapatistische Autonomie in Chiapas, Mexiko.

12:30-14:00 Uhr, Park Platz
InputDirekte Solidarität mit Chiapas / Coordinadora Suiza del viaje por la vida

Die Zapatistas sind eine indigene Bewegung in Chiapas, in den südöstlichen Bergen Mexikos, welche seit dem Aufstand 1994 in zurückeroberten Gebieten eine autonome Gesellschaftsstruktur aufbauen. In unserem Input wollen wir anhand einer historischen Kontextualisierung in die politischen Prinzipien der zapatistischen Organisation einführen und erläutern, inwiefern die autonomen Gebiete in den Bergen Chiapas’s seit gut 28 Jahren parallel zu einer neoliberalen und rassistischen Staatsstruktur bestehen können. Anschliessend wollen wir zu einer Diskussion einladen, um gemeinsam über die zapatistische Autonomie aus einer antikolonialen Perspektive zu reflektieren und uns zu fragen, ob und was wir von der zapatistischen Bewegung für unseren Kampf für eine andere Welt lernen können. Keinerlei Vorwissen nötig.

Über Direkte Solidarität mit Chiapas / Coordinadora Suiza del viaje por la vida

Direkte Solidarität mit Chiapas wurzelt im zapatistischen Aufstand vom 1.1.1994 in Chiapas. Unser Name steht für eine Region im Widerstand, ihre Menschen und unsere gemeinsamen Hoffnungen. Und er steht auch für unsere Art zu funktionieren. „Direkte Solidarität“ heisst für uns eine kritische und offene Zusammenarbeit mit der zapatistischen Bewegung in Chiapas sowie mit sozialen Bewegungen in Oaxaca und Guerrero. Mit Einnahmen des Verkaufes des “Cafe Rebeldía” in der Schweiz unterstützen wir beispielsweise verschiedene solche emanzipatorische Projekte in Mexiko solidarisch.

Die Coordinadora Suiza del viaje por la vida hat sich als schweizweites Bündnis im Rahmen der „Gira por la Vida“ in Europa gegründet. Im Sommer und Herbst 2021 haben wir mehrere zapatistische Delegationen der EZLN auf ihrer Reise durch Europa in unseren Räumen und Kollektiven empfangen und uns mit ihnen ausgetauscht. Wir verstehen uns als internationalistisch solidarisch mit der zapatistischen Bewegung.

Gerechtigkeit in der Justiz? Updates zu laufenden Gerichtsprozessen über rassistische Polizeigewalt

14:30 - 16:00, Park Platz
InputAllianz gegen Racial Profiling und Justice 4 Nzoy

Es gibt in der Schweiz bislang kaum Auseinandersetzungen mit Rassismus in der Justiz. Gerichte und Polizei werden als unangreifbare Institutionen angesehen, die sich in einer Sphäre scheinbarer Objektivität und Neutralität bewegen. In dieser Veranstaltung sprechen wir über die laufenden Gerichtsverfahren von Nzoy Roger, Wilson A. und Mohamed Wa Baile sowie die individuellen, institutionellen und politischen Herausforderungen, Rassismus vor Gericht zu thematisieren. Das Ziel ist Handlungsspielräume für Widerstand gegen Rassismus aufzuzeigen und zu informieren, wie diese Prozesse unterstützt und das Thema institutioneller Rassismus in die Öffentlichkeit gebracht werden kann

#copwatchCH Kampagne - Direkte Aktion gegen rassistische Polizeikontrollen

Wir wollen uns mit antirassistischen Gruppen und Menschen treffen und diskutieren, wie wir rassistische Polizeigewalt verhindern, dokumentieren und kritisieren können. Gleichzeitig wollen wir uns mit Betroffenen solidarisieren. An dieser Veranstaltung werden wir uns über antirassistische Handlungsmöglichkeiten, Solidarität und Widerstand austauschen. Sie ist offen für BIPOC (Rassismusbetroffene) und (weisse) Verbündete.

Über Justice 4 Nzoy

Kampagne Justice4Nzoy: Die Kampagne Justice4Nzoy kämpft für Gerechtigkeit für Nzoy Roger. Der 37-jährige Zürcher wurde am 30. August 2021 in Morges (VD) von der Polizei erschossen. Das war Mord mit eindeutig rassistischem Hintergrund. Die Behörden sind bis jetzt nicht in der Lage und offenbar auch nicht willens, den Fall aufzuklären. Die Kampagne besteht aus Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Nzoy, die Gerechtigkeit fordern: Dem staatlichen Rassismus in all seinen Formen sagen wir den Kampf an!

expansive politics and abolition

15:30 - 17:00, ASZ
InputWorld Without Prisons

Vorstellung laufender Projekte und Lesung einiger Auszüge aus dem Buch “You have not yet been defeated” des ägyptischen Revolutionärs Alaa Abdel Fattah, der derzeit im Gefängnis sitzt.

Über World Without Prisons

Die Bildung dieser Koalition wurde durch die Notwendigkeit veranlasst, die Kämpfe der politischen und sozialen Gefangenen in der ganzen Welt zu verbinden.  Die COVID-19-Pandemie und die Bedrohung durch den drohenden Tod der Gefangenen haben diese Bemühungen beschleunigt. Diese Koalition stellt aktiv Verbindungen zwischen nationalen und internationalen Kämpfen und zwischen politischen Gefangenen und sozialen Gefangenen her, die meist aus der Arbeiterklasse stammen und Opfer von Armut, Rassismus, Ausgrenzung und Vernachlässigung sind. Unsere Position in Bezug auf die Abschaffung der Gefängnisse, die sich aus Organisationen und Einzelpersonen aus fünf Kontinenten zusammensetzt, ist von der Notwendigkeit einer Alternative zum Kapitalismus geprägt, denn der Kapitalismus ist sowohl in seiner neoliberalen als auch in seiner etatistischen Form karzerial und autoritär.

Unsere grundlegenden Ziele sind die folgenden:

  1. Unverzügliche Freilassung von Gefangenen auf der Grundlage von wiederherstellenden und transformativen Gerechtigkeitspraktiken.
  2. Einsatz für eine sichere Unterkunft, Gesundheitsversorgung, lebensnotwendige Güter und Dokumente für alle, einschließlich Migranten und Flüchtlinge.
  3. Bekanntmachung der Fälle von politischen und sozialen Gefangenen, einschließlich der gewaltsam Verschwundenen.
  4. Widerstand gegen Hinrichtung und Folter, einschließlich Polizeibrutalität und Mord.
  5. Widerstand gegen die Ausbeutung von Gefangenen als Arbeitskräfte.
  6. Förderung der Debatte über eine alternative Gesellschaft, die frei von entfremdeter Arbeit und der Logik des Kapitals ist.
  7. Vorstellung und Arbeit an einer Welt ohne Gefängnisse und andere Formen der Gefangenschaft.

Diese Koalition ist sowohl eine Form der politischen Praxis als auch des Wissensaustauschs, die darauf abzielt, bestehende regionale Kämpfe zu verstärken und ihre Selbstorganisation zu unterstützen, während wir globale Netzwerke fördern.

#copwatchCH Kampagne - Direkte Aktion gegen rassistische Polizeikontrollen

15:30 - 17:00, Park Platz
Stadtrundgang

Wir wollen uns mit antirassistischen Gruppen und Menschen treffen und diskutieren, wie wir rassistische Polizeigewalt verhindern, dokumentieren und kritisieren können. Gleichzeitig wollen wir uns mit Betroffenen solidarisieren. An dieser Veranstaltung werden wir uns über antirassistische Handlungsmöglichkeiten, Solidarität und Widerstand austauschen. Sie ist offen für BIPOC (Rassismusbetroffene) und (weisse) Verbündete.

Über Allianz gegen Racial Profiling

Allianz gegen Racial Profiling: Die schweizweite Bewegung bekämpft institutionellen Rassismus in den Polizeikorps und im Grenzwachtkorps sowie seine strukturellen Ursachen in der Gesellschaft. Sie entstand 2015 im Umfeld des juristischen Verfahrens von Mohamed Wa Baile gegen die Stadtpolizei Zürich. Im Zuge strategischer Rechtsverfahren entwickelt die Allianz antirassistische  Aktivitäten und unterstützt lokale Initiativen. Das Ziel ist, die breite Öffentlichkeit zu bewegen, sich mit Racial Profiling zu befassen und sich für rassismuskritisches Denken und Handeln zu engagieren.

Abschaffen heisst Aufbauen – abolitionistische Kämpfe verbinden

17:00 - 19:00, Park Platz
Panel

Wie können wir unterschiedliche abolitionistische Perspektiven zusammenbringen? In diesem Panel bringen wir unterschiedliche Projekte der Aktionstage zum Abschluss zusammen.

Hauptfokus: Mit abolitionistischen Forderungen wollen wir nicht nur einen Zustand von Unterdrückung und Ungerechtigkeit abschaffen, sondern gleichzeitig etwas Neues aufbauen. Starke, widerständige, transnationale und lokale Netzwerke entlang von Alltagskämpfen sind ein wichtiger Pfeiler auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft. Wir müssen heute beginnen, solidarische und funktionierende Alternativen zu kreieren. Diese Alternativen sind sowohl ein Gegenpol zur kapitalistischen Gegenwart, aber auch als Schutz vor dieser. Wenn wir eine andere Zukunft wollen, müssen wir diese jetzt aufbauen!

Hauptfrage: wo seht ihr in eurer politischen Praxis neben der Perspektive der Abschaffung eine Perspektive des Aufbaus?

Mit folgenden Gruppen:

  • Direkte Solidarität mit Chiapas
  • Bezgranica, Polen
  • Women in Exile
  • Feministisches Streikhaus Zürich
  • Ignite
  • World Without Prisons
  • #copwatchCH

Über Bezgranica:

Bezgranica (noborders auf Polnisch) ist eine Grassroots-Gruppe, die kontinuierlich Heimat-, Basis- und Solidaritätsarbeit mit Menschen auf der Flucht an der Grenze zu Weißrussland leistet. Seit fast einem Jahr deckt sie nun ein Gebiet von etwa 50 Kilometern der Grenzlinie auf der dortigen Migrationsroute ab. Als eine Gruppe, die tief in anarchistischen und freiheitlichen Werten verwurzelt ist, nimmt sie gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft den Kampf für eine Welt ohne Grenzen auf.

Über Feministisches Streikhaus:

In der Folge des feministischen Streiks 2019 wurde das ehemalige GZ am Sihlquai von Teilen des feministischen Streikkollektivs Zürich gemietet und ist seither einer der wenigen nicht kommerziellen, feministischen Räume der der Stadt. Das Streikhaus ist ein Ort an dem viele verschiedene Formate Platz haben sollen: Die verschiedenen Räume, wie zum Beispiel der Bewegungsraum, das Atelier oder die Velowerkstatt, bieten Möglichkeit für diverse Vorhaben. Daneben finden Sitzungen im Garten oder in den Sitzungsräumlichkeiten statt, aber auch Soli Essen oder Partys. An regelmässigen Haussitzungen sollen sowohl organisatorische wie auch inhaltliche Anliegen kollektiv besprochen und getragen werden. Das Streikhaus hat den Anspruch, ein möglichst inklusiver und niederschwelliger Raum zu sein – steht jedoch auch immer wieder in der Kritik ein zu weiss und von dya cis Frauen dominierter Space zu sein, in dem sich nicht alle Menschen gleich willkommen fühlen. Sich diesen Widersprüchen zu stellen und kontinuierlich aus Kritik zu lernen, ist eines der Ziele der Menschen, die sich kollektiv um das Streikhaus kümmern.

Über Women in Exile

Women in Exile ist eine Initiative von geflüchteten Frauen, die sich 2002 in Brandenburg zusammen gefunden haben, um für ihre Rechte zu kämpfen. Wir haben entschieden, uns als Flüchtlingsfrauengruppe zu organisieren, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass Flüchtlingsfrauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen* durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen* diskriminiert. Der Kampf dagegen wird von geschlechtergemischten Flüchtlingsselbstorganisationen unserer Erfahrung nach wenig mitgetragen, da diese häufig von Männern dominiert sind, die andere Themen als wichtiger ansehen.
Women in Exile e.V. wurde 2011 in Potsdam gegründet und ist als gemeinnützig anerkannt.
2011 baute ‚Women in Exile’ die Gruppe ’Women in Exile & Friends‘ auf, in der auch solidarische Aktivistinnen ohne Fluchthintergrund mitarbeiten.
Gemeinsam tragen wir flüchtlingspolitische Forderungen aus feministischer Perspektive an die Öffentlichkeit. Zum Beispiel mit der Kampagne „Keine Lager für Frauen und Kinder! Alle Lager abschaffen!“.

Unser grundlegendes politisches Ziel ist die Utopie einer gerechten Gesellschaft ohne Ausgren­zung und Diskriminierung, mit gleichen Rechten für alle Menschen, egal, woher sie kommen und wohin sie gehen.
In unserer konkreten Politik liegt unser Fokus auf der Abschaffung aller diskriminierenden Gesetze gegen Asylsuchende und Migrant*innen und den Verschränkungen von Rassismus und Sexismus.
Wir verstehen uns als feministische Organisation und sind eine der wenigen Schnittstellen zwi­schen Frauenbewegung und Flüchtlingsbewegung.

Über ignite! Kollektiv

Wir sind ein horizontal organisiertes Kollektiv, dass zu feministischen und herrschaftsfeindlichen Themen Workshops gibt, schreibt und handelt.

Wir haben das ignite! Workshopkollektiv Anfang 2019 gegründet und begann mit einem Einführungsworkshop zu Feminismen und Gender. Seit dem ist viel passiert und wir bieten nun Workshops zu verschiedensten politischen Themen an und haben Workshops an verschiedensten Orten im deutschsprachigen Raum gegeben. Zudem haben wir einige Texte geschrieben und an weiteren mitgewirkt.

Wir wollen als ignite! emanzipatorische Ideen teilen, vermitteln und mit euch weiter entwickeln. Dabei verstehen wir uns als herrschaftskritisches und horizontal organisiertes Kollektiv.

Über Direkte Solidarität mit Chiapas / Coordinadora Suiza del viaje por la vida

Direkte Solidarität mit Chiapas wurzelt im zapatistischen Aufstand vom 1.1.1994 in Chiapas. Unser Name steht für eine Region im Widerstand, ihre Menschen und unsere gemeinsamen Hoffnungen. Und er steht auch für unsere Art zu funktionieren. „Direkte Solidarität“ heisst für uns eine kritische und offene Zusammenarbeit mit der zapatistischen Bewegung in Chiapas sowie mit sozialen Bewegungen in Oaxaca und Guerrero. Mit Einnahmen des Verkaufes des “Cafe Rebeldía” in der Schweiz unterstützen wir beispielsweise verschiedene solche emanzipatorische Projekte in Mexiko solidarisch.

Die Coordinadora Suiza del viaje por la vida hat sich als schweizweites Bündnis im Rahmen der „Gira por la Vida“ in Europa gegründet. Im Sommer und Herbst 2021 haben wir mehrere zapatistische Delegationen der EZLN auf ihrer Reise durch Europa in unseren Räumen und Kollektiven empfangen und uns mit ihnen ausgetauscht. Wir verstehen uns als internationalistisch solidarisch mit der zapatistischen Bewegung.

Über #copwatchCH

#copwatchCH Kampagne - Direkte Aktion gegen rassistische Polizeikontrollen. Wir wollen uns mit antirassistischen Gruppen und Menschen treffen und diskutieren, wie wir rassistische Polizeigewalt verhindern, dokumentieren und kritisieren können. Gleichzeitig wollen wir uns mit Betroffenen solidarisieren. An dieser Veranstaltung werden wir uns über antirassistische Handlungsmöglichkeiten, Solidarität und Widerstand austauschen. Sie ist offen für BIPOC (Rassismusbetroffene) und (weisse) Verbündete.

Über World Without Prisons

Die Bildung dieser Koalition wurde durch die Notwendigkeit veranlasst, die Kämpfe der politischen und sozialen Gefangenen in der ganzen Welt zu verbinden. Die COVID-19-Pandemie und die Bedrohung durch den drohenden Tod der Gefangenen haben diese Bemühungen beschleunigt. Diese Koalition stellt aktiv Verbindungen zwischen nationalen und internationalen Kämpfen und zwischen politischen Gefangenen und sozialen Gefangenen her, die meist aus der Arbeiterklasse stammen und Opfer von Armut, Rassismus, Ausgrenzung und Vernachlässigung sind. Unsere Position in Bezug auf die Abschaffung der Gefängnisse, die sich aus Organisationen und Einzelpersonen aus fünf Kontinenten zusammensetzt, ist von der Notwendigkeit einer Alternative zum Kapitalismus geprägt, denn der Kapitalismus ist sowohl in seiner neoliberalen als auch in seiner etatistischen Form karzerial und autoritär.

Diese Koalition ist sowohl eine Form der politischen Praxis als auch des Wissensaustauschs, die darauf abzielt, bestehende regionale Kämpfe zu verstärken und ihre Selbstorganisation zu unterstützen, während wir globale Netzwerke fördern.

Ausstellung & Installationen am Wochenende

SWISS QUALITY TORTURE

17. & 18. September, Park Platz
Installation & Performance#BigDreams

Welcome!
Wilkommä!
Bienvenu!
Benvenuti!
Bainvegni!
Herzlich Willkommen zu Swiss Quality Torture!

Wir freuen uns sehr, dass Sie sich für unser Produkt SWISS QUALITY TORTURE interessieren. SWISS QUALITY TORTURE ist die der Goldstandard im internationalen Folterwesen. Denn Schweizer Folter genügt höchsten helvetischen Qualitätsansprüchen und wird in allen Kantonen für verschiedenste geschlossene Institutionen verwendet. In Gefängnissen, Psychiatrien, Lagern wird hierzulande mittels Isolationshaft gefoltert. Durch die ausgezeichnete Infrastruktur und günstige Gesetzeslage ist es in der Schweiz möglich, Menschen für unbestimmte Zeit weitgehend zu isolieren. Durch den konsequenten Reizentzug und die Minimierung aller menschlichen Kontakte, setzen bei ihren Insass:innen depressive Missstimmung, Stress, Einsamkeit, Teilnahmslosigkeit, Tagträumerei, Konzentrationsprobleme, Bluthochdruck, Verdauungsstörungen und weitere individuell unterschiedliche negative Effekte ein. Quantitative Studien haben folgende Effekte von Swiss Quality Torture empirisch belegt:

Ich habe Angst ohne genau sagen zu können warum
Ich bin überwach und überempfindlich
Ich bin müde und erschöpft und gleichzeitig hellwach
Ich will Selbstmord begehen
Ich bin vollkommen verzweifelt
Es kommt mir vor als seien meine Umwelt und ich eins
Ich habe Angst zu sterben
So treiben sich die Inhaftierten förmlich selber in den Wahnsinn! SWISS QUALITY TORTURE: Sauber, diskret und höchst effektiv.

Über #BigDreams

Wir sind Künstler:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die sich zusammengeschlossen haben, um sich mit dem Fall von Brian Keller auseinander zu setzen. Gemeinsam mit Brian Keller selbst, behandeln wir den “Fall Carlos” und die mediale Hetze, die der BLICK betrieben hat. Wir untersuchen wie struktureller Rassismus Brians Fall beeinflusst hat und wie es um die Einhaltung der Menschenrechte in Schweizer Gefängnissen steht.
Während unseres gemeinsamen Projekts sass Brian für mehr als drei Jahre in Isolationshaft, was von der UNO und anderen internationalen Instanzen als Folter bezeichnet wurde. Mittlerweile wurde Brian nach mehreren Interventionen endlich in ein “normales” Gefängnis verlegt und setzt dort seinen Kampf für die Anerkennung des ihm widerfahrenen Unrechts fort. #BigDreams setzt sich aktuell mit dem Thema “Resozialisierung” auseinander. Mit Brian und im Austausch mit Expert:innen versuchen wir zu verstehen welche politische Ideologie und Logik hinter dem Konzept der Resozialisierung stehen.
#BigDreams nutzt Kunst als Mittel für politische Arbeit. Wir bespielen Bühnen on- und offline sowohl im öffentlichen Raum als auch im institutionellen Rahmen. Bisherige Arbeiten waren im Theater Neumarkt, Kunstraum Walcheturm, Helmhaus Zürich, JVA Pöschwies und auf den Strassen von Zürich zu sehen.

Website

History is a Work in Progress. [Entwurf] Signatur: WA1-10-Antirassismus

17. & 18. September, Park Platz
Ausstellung & InfostandWiderstandsarchiv

Das Archivar:innenkollektiv des Widerstandsarchiv gibt Einblicke in einzelne Dossiers zu linken und migrantischen Kämpfen gegen Lager, Internierungen, Ausschaffungen, Grenzen und Repression: So zeigen wir beispielsweise Materialien zum Widerstand gegen die Ausschaffung chilenischer Geflüchteter in Seebach (1985), dem Hungerstreik der Geflüchteten in den Bundeslagern Gorgier (NE), Interlaken (BE) und Klosters (GR) sowie dem „Refugium I“, der Besetzung des Theater Neumarkts in Solidarität mit den Geflüchteten (1989). In den 1990er Jahren wiederum verbinden sich die Kämpfe gegen die Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht mit Kämpfen gegen die Stadtentwicklung in den Kreisen 4 und 5 im Zusammenhang der Schliessung der Drogenszene am Letten sowie dem Bau des PROPOG (Provisorische Polizeigefängnisses) auf der Kasernenwiese.
Wir laden dazu ein, sich durch die Flugblätter, Thesenpapiere, Medienmitteilungen und Zeitungsartikel aus den 1980er und 90er Jahren zu wühlen und über Brüche, Irritationen und Anschlüsse ins Gespräch zu kommen.

Über Widerstandsarchiv

Das Widerstandsarchiv sammelt seit 1986 Materialien und Dokumente aus der Geschichte der aussenparlamentarischen und neuen Linken in Zürich und der Schweiz seit den 1980er Jahren. Über 250 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, hunderte von (digitalisierten) Plakaten sowie nach Themen geordnete Flugblätter, Broschüren, Dokumentationen und Zeitungsausschnitte von A wie Anti(-Faschismus, -Rassismus, -Patriarchat…) bis Z wie Zürcher 80er-Bewegung.
Entstanden ist das Widerstandsarchiv 1986 als selbstorganisiertes Projekt im Kulturzentrum Kanzlei und befindet sich heute im Untergeschoss des Infoladens Kasama an der Militärstrasse 87a in Zürich. Das Archiv des ehemaligen Infoladens für Häuserkampf, das von 1986 bis 2004 kontinuierlich Infos zu Besetzungen, Stadtentwicklung, Quartierkämpfen und Gasse gesammelt hatte, ist heute ebenfalls ein eigener Bestand im Widerstandsarchiv.

Website

sprachlos

17. & 18. September, ASZ
Ausstellung

Vom 17. bis zum 18. September zeigen wir Bilder, welche mit den Themen der Gewalt sowie deren Aufarbeitung in Verbindung stehen. Die Ausstellung wird eröffnet von Joanna Beltrán Girón, Professorin für Psychologie an der City University of New York, welche mit einem befreiungspsychologischen Ansatz zu Trauma, Unterdrückung und Befreiung referieren wird.
Streitig-Machen von Erinnerungen, deren Ausradierungen und die Amnesie sind Begriffe, welche betroffene Personen von Gewalt ausgesetzt sind. Sowohl die ausgeübte Gewalt als auch die Versuche, die Erinnerung an sie streitig zu machen, geschehen in einem Machtgefälle, welches sowohl zwischenmenschlich als auch institutionell vorhanden ist. In diesem Machtgefälle sind es die Narrative von oben, die sich durchsetzen, auf Kosten und zum Teil durch aktives Verdrängen der Erinnerungen, Geschichten und Interpretationen der Betroffenen von unten. Die Strukturen der Gewalt sind auf Schweigen, auf das Zum-Schweigen-Bringen angewiesen; die direkte Gewalt setzt die unbewusste oder halb-bewusste opportunistische Kollaboration der Öffentlichkeit voraus. Schweigen bedeutet also, dass sich nur das Narrativ von oben durchsetzen kann und das Narrativ der Betroffenen ausradiert sind; sie funktioniert selbst auch gewaltsam. Es bedeutet die Verdrängung der betroffenen Person und ihrer Geschichte zum Schutz derjenigen von oben, welche auf Gewalt angewiesen sind, um das Machtgefälle erhalten zu können, über welche sie Gewalt ausüben.

Die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung wird am Samstag um 18 Uhr stattfinden.

Infostände

No-More Komitee

17. & 18. September, Park Platz

No More Racism – No More Profiling – No More Fear

Gemeinsam gegen Polizeikontrollen. Für ein solidarisches Basel!

Polizeikontrollen sind auf den Strassen Basels alltäglich. Menschen mit bestimmten Hautfarben, mit bestimmten Kleidungsstilen, die sich an bestimmten Orten aufhalten, im öffentlichen Raum eine andere Sprache sprechen, sich für die Polizei ungewohnt verhalten: sie alle werden kontrolliert.

Wir sind ein Komitee von Menschen, die aus der Ferne oder aus der Nähe nach Basel gezogen, oder auch hier geboren sind.
Um gemeinsam handlungsfähig zu sein, haben wir das No more-Komitee gegründet. Wir sind Teil eines Kampfes und einer Veränderung!

Wir möchten in einer Gesellschaft leben, in der alle dort sein dürfen, wo sie gerade wollen, in der es keine Unterschiede in den Möglichkeiten gibt, abhängig davon, wo ein Mensch geboren ist, in der es keine so grosse Ungleichheit gibt, dass Menschen für ihr Überleben ihre Familien verlassen müssen.

Justice 4 Nzoy

17. & 18. September, Park Platz

Kampagne Justice4Nzoy: Die Kampagne Justice4Nzoy kämpft für Gerechtigkeit für Nzoy Roger. Der 37-jährige Zürcher wurde am 30. August 2021 in Morges (VD) von der Polizei erschossen. Das war Mord mit eindeutig rassistischem Hintergrund. Die Behörden sind bis jetzt nicht in der Lage und offenbar auch nicht willens, den Fall aufzuklären. Die Kampagne besteht aus Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Nzoy, die Gerechtigkeit fordern: Dem staatlichen Rassismus in all seinen Formen sagen wir den Kampf an!

Wo Unrecht zu Recht wird

17. & 18. September, Park Platz

Das Bündnis «Wo Unrecht zu Recht wird…» hat sich Anfang 2017 als Reaktion auf die zunehmende Repression gegenüber abgewiesenen Asylsuchenden im Kanton Zürich gebildet. Das Bündnis hat seither eine Reihe von Aktionen und Veranstaltungen organisiert, um dem Schweigen rund um diese gewaltsame Politik aktiv entgegenzutreten. Einen wichtigen Bestandteil bilden die regelmässigen Besuche in den Lagern. Auch ein Netzwerk an juristischen Unterstützer:innen ist dem Bündnis entwachsen.

Website

Vo Da

17. & 18. September, Park Platz

Wir sind ein Kollektiv von Menschen vo da, die eines Tages beschlossen haben, sich zusammen zu tun, um die Themen Diskriminierung und Rassismus gemeinsam öffentlich anzusprechen und Vorfälle/Strukturen klar zu benennen.

WIESO WIR DAS MACHEN:

Wir machen das für euch, die auch Betroffene sind und die damit verbundenen Verletzungen und Entwürdigungen nur zu gut kennen und womöglich zwangsläufig gelernt habt, sie zu verdrängen.

Wir machen das auch für euch, die Nicht-Betroffene sind und die sich der Problematik bewusst sind oder es gerne noch besser werden möchten.

Wir machen das ausserdem für diejenigen, die zukünftige Betroffene sein würden, wenn alles so weiterliefe, wie bisher.

Wir machen es, weil wir als Teil dieser Gesellschaft zu einem glücklichen und gerechten Umfeld für alle unseren Beitrag leisten möchten.

Wir machen es für eine gemeinsame Schweiz.

Climate Justice

17. & 18. September, Park Platz

Collective Climate Justice ist ein Kollektiv engagierter Menschen verschiedener Hintergründe. Aus unserer Sicht sind Regierungen und profitorientierte Unternehmen weder gewillt noch fähig, die Klimakatastrophe und die massenhafte Umweltzerstörung zu stoppen.

Die Ursache der Klimakatastrophe ist ein globaler fossiler Kapitalismus, der durch Ausbeutung fossiler Energieträger den Wohlstand, Reichtum und die damit verbundenen Privilegien der westlichen Industrieländer möglich gemacht hat. Wirksame Strategien gegen die Klimakatastrophe müssen an den Machtstrukturen und den Profiteuren dieses Systems ansetzen. In diesem Sinne ist das Collective Climate Justice Teil eines globalen Kampfes für Gerechtigkeit, Solidarität und Nachhaltigkeit. Mit vielfältigen Aktionen stellen wir uns den Verursachern und Verantwortlichen der globalen Klimakatastrophe entgegen, stören ihr Handeln und prangern die gewinnsüchtige Gleichgültigkeit von Politik und Wirtschaft an.
Neben den grösseren und kleineren Aktionen entstanden in den letzten Jahren an verschiedenen Orten (Klima)camps. Für kurze Zeit wird durch das Camp ein Platz des Zusammenlebens, Lernen und Ausprobierens ermöglicht.

Von der Klimakatastrophe, über den strukturellen Rassismus bis zum Patriarchat. Wir leben in einer Zeit vieler Krisen und Ungerechtigkeiten. Für uns ist klar, dass das Prinzip der Klimagerechtigkeit eine Vereinigung verschiedener Kämpfe bedingt. Die Lösung multipler Krisen braucht einen intersektionalen Ansatz.

Website

migraKollektiv

17. & 18. September, Park Platz

migraKollektiv verurteilt die scheinheiligen Debatten über Migrant:innen, welche die Wahrnehmung der Gesellschaft manipulieren, indem sie die Verantwortung der Industrieländer ausser Acht lassen und die Migrant:innen als «Problem» in den Fokus rücken. Es spielt keine Rolle, ob ein Mensch vor einer Naturkatastrophe, Hunger, Krieg oder aus Perspektivlosigkeit geflohen ist, allesamt die Folgen des globalen Kapitalismus. Flüchtende und Migrant:innen haben das Recht auf einen gesicherten Aufenthaltsstatus und ein menschenwürdiges Leben.

Integration, Multikulturalität, Fremde, Ausländer – das sind die einige der beharrlichsten Begriffsgespenster unserer Zeit. Wo immer es um politische, ökonomische, kulturelle oder soziale Verhältnisse geht, um gesellschaftliche Praxis und Theorie, sind diese Gespenster unvermeidlich zur Stelle. Begriffe machen Politik.

Das migraKollektiv hat eine klare Haltung, gegen Rassismus und jegliche Art von Diskriminierung. Wir möchten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung dagegen wirksame Formen des Wiederstandes erarbeiten und umsetzen.

Die strukturellen und gesellschaftlichen Probleme sind zum grössten Teil auf der politischen Ebene zu lösen. Das migraKollektiv befindet sich in einem Diskussionsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Das migraKollektiv geht direkt auf die Bedürfnisse der Migrant:innen ein, wo sie ein Raum haben, ihre Interessen und Bedürfnisse zu definieren, zu vertreten und zu realisieren.

A4

17. & 18. September, Park Platz

Ziel des Vereins A4 ist es, eine Dynamik der Aufnahme, der Ausbildung, des Zugangs zur Arbeit und der administrativen Unterstützung für Menschen mit oder ohne Papiere, in der Stadt oder auf dem Land, in den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk aufzubauen.
Unser Projekt zielt darauf ab, ein Netzwerk für Ausbildung, Austausch, Einrichtungen und bäuerliche Solidarität zu entwickeln, indem bestehende Gebiete und Initiativen miteinander verbunden werden.
Das Projekt ist aus Begegnungen von Menschen entstanden, die in der Landwirtschaft oder im Handwerk lernen, arbeiten und in Würde leben wollen, aber aufgrund ihrer Situation auf praktische Schwierigkeiten stossen.
Wir wollen faire und respektvolle Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen. Einerseits reagieren wir auf die Notlage und die Unsicherheit von geflüchteten Menschen, die, Schwierigkeiten haben, Lebensräume und Arbeitsplätze zu finden.
Andererseits wollen wir auf den Verfall der institutionellen Unterstützung für die bäuerliche Gemeinschaft, dem Verschwinden der landwirtschaftlichen und handwerklichen Berufe und
dem Mangel an Nachwuchs, sowie Nutzflächen in der Branche hinweisen. 
Wir wollen Brücken zwischen dem Meer, der Stadt und dem Land bauen.Gemeinsame Räume der Gastfreundschaft, des Teilens, der Unterstützung und der gegenseitigen Hilfe auf Augenhöhe, schaffen.

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ASZ

17. & 18. September, Park Platz

Die Autonome Schule Zürich ist ein Projekt gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Sie ist ein Treffpunkt, wo man andere Menschen kennen lernen kann.

Die ASZ ist eine Schule, die sich selbst organisiert und sich kollektiv verwaltet. Sie ist unabhängig vom Staat**.**

Alarmphone

17. & 18. September, Park Platz

Das Alarm Phone ist ein Netzwerk von Aktivist:innen, die oft seit vielen Jahren an den europäischen Außengrenzen in Netzwerken wie Welcome to Europe, Afrique Europe Interact, Borderline Europe, Noborder Morocco und Watch The Med aktiv sind. Die Aktivisten des Projekts sitzen in Tunis, Palermo, Melilla, Tanger, Cadiz, Marseille, Straßburg, London, Wien, Zürich, Berlin, Genf und Izmir und weiteren Orten.

Kurzfristig will Alarm Phone mittels einer Notrufnummer, Dokumentation und Informationsarbeit sicherstellen, dass Rettungseinsätze umgehend durchgeführt und Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Gleichzeitig ist klar, dass der Tod von Migrant:innen auf See bereits der Vergangenheit angehören könnte, wenn die Grenz- und Visaregelungen aufgelöst würden. Ohne einen radikalen Wandel ist es offensichtlich, dass auf die jüngsten Tragödien im Mittelmeer noch viele weitere Todesfälle folgen werden. Unsere langfristigen Ziele sind deshalb offene Grenzen und Bewegungsfreiheit für alle. Die Geschichte der letzten 20 Jahre im Mittelmeer zeigt, dass eine verstärkte Militarisierung der Migrationsrouten nur zu mehr Toten führt. Selbst wenn die Routen nach Europa durch neue Überwachungstechnologien und verstärkte Polizeiarbeit blockiert werden, machen sich Menschen weiterhin auf den Weg - aber sie sind gezwungen, längere und gefährlichere Routen zu nehmen. Wir wollen einen Mittelmeerraum der gegenseitigen Solidarität zu schaffen, mit offenen Grenzen für alle Menschen.

No Borders Poland

17. & 18. September, Park Platz

Bezgranica (noborders auf Polnisch) ist eine Grassroots-Gruppe, die kontinuierlich Heimat-, Basis- und Solidaritätsarbeit mit Menschen auf der Flucht an der Grenze zu Weißrussland leistet. Seit fast einem Jahr deckt sie nun ein Gebiet von etwa 50 Kilometern der Grenzlinie auf der dortigen Migrationsroute ab. Als eine Gruppe, die tief in anarchistischen und freiheitlichen Werten verwurzelt ist, nimmt sie gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft den Kampf für eine Welt ohne Grenzen auf.

Essen und Trinken am Wochenende auf dem Park Platz

Samstag, 17. September ab 14:00

  • Mezze vom migraKollektiv (Vegi, Vegan)
  • Crêpes, salzig und süss (Vegi, Vegan)
  • Tahchin, Sambooseh, Schisch Kebab und Kashk-e Bademjan (Vegi, Vegan, Fleisch)
  • Zweierlei Curries, Mattar Paneer (Vegi) und Ramja (Vegan) mit Reis und frischem Kachumber-Salat

Sonntag, 18. September ab 14:00

  • Pizzeria Anarchia macht Pizza Fritta (Vegi, Vegan)
  • Crêpes, salzig und süss (Vegi, Vegan)
  • Din Din Mian (Vegan), ein chinesisches Nudelgericht aus Szechuan

Aus der Parki-Küche und dem Café gibt es an beiden Tagen das gewohnte Angebot. Café und Kuchen jeweils ab 11.00, die Küche öffnet am Samstag, 17. September um 18:00 und am Sonntag, 18. September um 17:00.