Blackbox Bundesasyllager: Zivilgesellschaftliche Möglichkeiten gegen die Isolation

Samstag, 11. September, 11.00-12.30 Uhr, ASZ

Workshop – Pikett Asyl und Space of Solidarity (SoS)

Seit 2019 die Asylgesetzrevision in Kraft getreten ist, werden Geflüchtete vermehrt und für eine längere Zeit in lagerähnlichen Bundesasylzentren (BAZ) untergebracht. Dies erschwert für Asylsuchende massiv den Zugang zu zivilgesellschaftlichen Akteuren, zu solidarischen Projekten sowie zu rechtlicher Unterstützung. In unserem Workshop wollen wir gemeinsam diskutieren, welche Herausforderungen sich durch die Abgeschlossenheit dieser Bundeslager ergeben, welche Erfahrungen wir damit gesammelt haben und welche Handlungsoptionen wir sehen. Dabei beteiligt sind das Projekt «Pikett Asyl» der Freiplatzaktion Zürich, das sich für die Rechte von BAZ-Bewohner:innen einsetzt, die Besuchsgruppe des BAZ in Embrach, «Space of Solidarity», sowie ein ehemaliger BAZ-Bewohner und Freiwilliger beim Projekt «Eusi Chuchi». Wir zeigen, wie zivilgesellschaftliches Engagement realisiert werden kann, welche Hürden es dabei gibt und wo die Schnittstellen und Grenzen zur aktivistischen Rechtsberatung liegen. Der Workshop soll nicht zuletzt zu einem zivilgesellschaftlichen und aktivistischen Engagement im Bereich der BAZ aufrufen, so dass die problematischen Zustände in den BAZ stärker ins Licht der Öffentlichkeit geraten.  

Mit:
Jafar, Eusi Chuchi (Solinetz)
Nasim, ehemaliger BAZ-Bewohner
Nora, Pikett Asyl (Freiplatzaktion Zürich)
Philipp, Space of Solidarity
Moderation: Sophie, Solidarité sans frontières


Über Space of Solidarity und Pikett Asyl (Freiplatzaktion Zürich)

«Space of Solidarity» – Wir sind ein Kollektiv aus unterschiedlichen Menschen, die sich im Rahmen des Projekts Space of Solidarity zusammengetan haben. In unserem Kollektiv haben einige Menschen eigene Erfahrungen mit Migration und Flucht gemacht, die meisten aber nicht. Mit Space of Solidarity haben wir in Embrach einen Raum ausserhalb des Bundesasylzentrums geschaffen und versuchen damit die Isolation zu durchbrechen.

Die Freiplatzaktion Zürich (FPA) setzt sich für die Wahrnehmung und Durchsetzung der Rechte von asylsuchenden und migrierten Menschen ein. Hierzu bietet sie eine professionelle und staatlich unabhängige Rechtsberatung an, trägt rechtliche Missstände in die Öffentlichkeit und engagiert sich in lokalen und nationalen politischen Projekten. Die Freiplatzaktion Zürich orientiert sich in ihrer Tätigkeit am Prinzip einer «Aktivistischen Rechtsarbeit». «Aktivistisch» ist Rechtsarbeit nach ihrem Verständnis dann, wenn Menschen uneingeschränkten Zugang zu Rechtsarbeit erhalten, wenn Rechtsarbeiter*innen sich mit den Klient*innen solidarisieren und wenn Rechtsarbeit politisch ist. Aktivistische Rechtsarbeit setzt sich für das Recht auf Rechte ein – für alle Menschen unabhängig ihres aufenthaltsrechtlichen Status. https://freiplatzaktion.ch/startseite