Abschottungspolitik vs. Bewegungsfreiheit – Die Folgen der geschlossenen EU-Aussengrenze für die nordafrikanische Gesellschaft am Beispiel Tunesiens

Samstag, 11. September, 13.00-14.30 Uhr, ASZ

Input – Riadh Ben Ammar

In den 70er und 80er Jahren, vor der Existenz der Europäischen Union, reisten viele Menschen zwischen der nordafrikanischen Küste und Südeuropa hin und her. Der Mittelmeerraum wurde zwischen allen geteilt. Doch heute ist die nordafrikanische Küste durch die geschlossene EU- Außengrenze blockiert. Dazu zählt auch der 1200 km lange tunesische Küstenstreifen. Seit der Existenz des Visaregimes ist das Visum zu einem Symbol für die geschlossene EU-Außengrenze geworden. In Tunesien und den meisten anderen Ländern im Globalen Süden ein Visum zu kriegen, ist für die meisten jedoch Menschen nicht möglich und verwehrt das Recht auf Bewegungsfreiheit. Welche Folgen hat die heutige Isolation Tunesiens für die tunesische Gesellschaft? Kann eine Demokratie in so einem geschlossenen Raum funktionieren? Welche Rolle spielt die Nachbarin EU in Tunesien? Wie ist die Situation von Menschen aus Nordafrika, die die EU- Außengrenze überwinden und nun mit Abschiebungen bedroht werden?


Über Riadh Ben Ammar

Riadh Ben Ammar ist Anfang der 2000er Jahre von Tunesien nach Deutschland gekommen. Lange war er in einem Flüchtlingslager in Mecklenburg-Vorpommern untergebracht, inzwischen lebt er zwischen Tunesien und Deutschland und ist einer der Gründer von Afrique-Europe-Interact.